Es ist nicht so, als hätte ich seit meinem letzten Eintrag nichts erlebt. Nur Urlaub ist insgesamt gesehen irgendwie weniger Urlaub, wenn ich erst wieder Stunden vor dem Rechner hänge (kostenloses WLAN + mitgebrachtes MacBook = große Verlockung). Aber genau dann, als ich mir die Zeit aufgrund nicht optimalen Wetters mit Surfen vertreiben wollte, streikte die Internetverbindung, die auch die Veröffentlichung des folgenden Eintrags verhinderte:
"Hier regnet es nicht einfach. Von einer Sekunde zur nächsten verdunkelt sich der Himmel und die Tropfen scheinen sich auf ihrem Weg nach unten überschlagen zu wollen. Die Hitze wird durch die zusätzliche Feuchtigkeit nur noch intensiver. Die meisten "Schauer" sind so schnell wieder vorbei wie sie gekommen sind. Heute nicht. Seit zwei Stunden beobachte ich durch die riesigen Panoramafenster unseres Bungalows was sich da draußen abspielt. Der Himmel kann unmöglich noch mehr Wassermengen frei geben als in diesem Moment.
Vor gut einer Woche hatte ich eine ungefähre Vorstellung von "tropisch-monsunalem Klima". Danke, lesson learned. Ich wäre wieder bereit für etwas weniger Monsun und etwas mehr Tropen."
Jetzt, 48 Stunden später, ist wieder Kontakt zur Außenwelt möglich. Ein paar Sonnenstunden hatten wir heute auch schon, und zu viel davon darf man sich während der Regenzeit eh nicht erwarten. Insofern hat die Sonne ihr heutiges Soll (es ist jetzt 14:30h) bereits erfüllt.
In Wahrheit ist das Wetter aber Nebensache. Das eigentliche Erlebnis hier sind die Menschen und ihre Geschichten. Da wir zurzeit (wieder einmal) die einzigen Gäste im Resort sind, ist es leicht mit den Hotel-Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Oder sagen wir so: die Bereitschaft ist auf beiden Seiten gegeben. In der Praxis sieht es dann oft so aus, dass einfach sehr viel gelächelt wird, besonders wenn das Englisch mehr Thai-Wörter enthält, als man als Farang entschlüsseln kann.
Das mit dem Handeln auf Märkten ist mir zuwider. Sämtliche Reiseführer halten es für eine Kunst, die es beim Einkaufen zu demonstrieren gilt. Wer aber, so wie wir es getan haben (die nächste Stadt ist 12 km entfernt), auf den armselig zusammen gezimmerten Ständen neben der Schnellstraße Obst einkauft, verliert jegliches Interesse daran, den Preis drücken zu wollen. Worum soll man mit einem nahezu zahnlosen Bauern feilschen, wenn man umgerechnet rund zwei Euro für eine Ananas, zehn Bananen, 20 Rambutan (Zwillingspflaumen) und vier Mangos bezahlt? Eine Kellnerin in einem Hotel auf Koh Samui, so erzählt man uns, verdient ca. 120 Euro im Monat.

In eine fremde Kultur einzutauchen, zumindest den kleinen Zeh hineinzuhalten, ist immer wieder spannend (um nicht das Wort "bereichernd" zu strapazieren). Auch, nein besonders, wenn es manchmal Skurriles beinhaltet wie diese Anzeige in der Bangkok Post:

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