Wenn man schon ist, wo man sein will, bleibt man einfach dort.
Ich empfand den nahtlosen Übergang von der Geburt ins Wochenbett (ohne Wechsel vom Krankenhaus nach Hause) als ideal. Die allererste Nacht zu dritt verbrachten wir am Geburtsort, im Wohnzimmer. Ein Umzug ins Schlafzimmer bot sich aus kreislauf- und wundversorgungstechnischen Gründen noch nicht wirklich an...An tiefen Schlaf war aber ohnehin nicht zu denken. Nach dem ersten Stillen lagen Herr Katzenklappe und ich erschöpft und gleichzeitig aufgekratzt auf der Couch, das Katzenklappen-Mädchen gut eingepuckt zwischen uns. Das eigene Kind zum ersten Mal so richtig in Ruhe zu sehen (meine Lippen, sie hat meine Lippen!), es atmen zu hören und zu beobachten, wie es die winzigen Händchen unkoordiniert in die Höhe reißt ist zu aufregend, um die Zeit mit Schlafen zu verbringen (if only I had known...). Nach kurzem Dösen graute auch schon wieder der Morgen.
Bis auf die Kindsfütterung (und selbst das hätte er gemacht, wenn er könnte) übernahm Herr Katzenklappe in der ersten Woche sämtliche anfallenden Aufgaben. Wirklich alles. Wochenbett heißt nicht umsonst Wochenbett, Internet! Und ja, es dauert länger als eine Woche. Die ersten paar Tage habe ich wirklich nur aus dringenden Bedürfnissen heraus bzw. um zu duschen das Bett verlassen. Jeder benötigte Strohalm, jedes Fenster, das geöffnet oder wieder geschlossen werden sollte, die Nahrungsbeschaffung, die Wäscheversorgung, das Einkaufen, das Bespaßen von Mutter und Kind, die nächtlichen Wickelungen und Wanderungen fielen allesamt in die Wochenbett-Jobdescription des Mannes. Und er hat es wunderbar gemacht trotz! Mehr hätte ich mir nicht wünschen können.
Das scheinbare Nichtstun (Heee, sich zu erholen ist aber auch anstrengend!) sollte allerdings nicht lange andauern. Auch wenn Herr Katzenklappe nach wie vor sehr viel tut und macht (wir begreifen uns wortlos in dieser ganzen Nachwuchssache als echtes Team), sah die zweite Woche dann schon etwas anders aus, da der Mann wieder arbeiten musste. Die Aufgaben blieben also und Frau Katzenklappe war umständehalber deshalb schon wieder mehr schlecht als recht auf den Beinen. Grundsätzlich sollte die nicht horizontale Lage eine Woche nach der Geburt ja kein großes Problem mehr sein. Wäre da nicht diese klitzekleine Naht, an einer Stelle, der die Belastung durch Gehen oder Stehen nicht so wahnsinnig gut bekommt. Ihr wisst, wovon ich spreche...
Von diesen organisatorischen Dingen einmal abgesehen, waren diese ersten beiden Wochen ein einziges Abenteuer. Jeder Tag glich und gleicht zwar dem anderen, aber das Beobachten und Kennenlernen des winzigen Menschleins, das unser Leben schon jetzt grundlegend verändert, ist mehr als spannend.
Schön langsam lernen wir die Vorlieben und Abneigungen der Mini-Madame kennen. Große Zustimmung findet die Wärmelampe (aka Turbo Terrassenheizer) über dem Wickeltisch, das Wickeln selbst nimmt sie abhängig von der Tagesverfassung entweder als unerträglich oder gleichgültig wahr. Schnuller, Zuzzi oder wie immer man diese Sauger sonst noch nennen mag, sind ihre Sache nicht. Ihre Fingerchen, nein die ganzen Händchen taugen zum Beruhigungsnuckeln doch viel besser. Alles in allem ist sie ein sehr entspanntes Baby.
Wenn sie eines schönen Tages auch noch einen geregelten Wach-Schlafrhythmus hat, ist dann überhaupt alles nur mehr eitle Wonne und Sonnenschein im Hause Katzenklappe (so eine Aussage ist nicht etwa meiner Naivität zuzuschreiben, wie man meinen könnte. Nein, aus mir spricht das pure Wunschdenken, das wiederum aus dem überbordenden Schlafmangel entstanden ist - Menschen, die mich und meinen großen Schlafbedarf kennen, wissen was dieses Defizit aus mir macht)!
Wo der Spaß für das Katzenklappen-Mädchen aber sowas von aufhört, ist definitiv das Nahrungsmanagement. Ist sie erst einmal wach, muss ihr Hunger IN DER SEKUNDE gestillt werden, sonst ist sie sehr, sehr unglücklich. Wer nur ein Mal gesehen hat, wie die Winkel ihres knuffigen Schmollmundes schlagartig nach unten ziehen, kann gar nicht anders als verständnisvoll (und vor allem schnell) zu reagieren.
In der Wohnung gehen in diesem Moment sämtliche rote Lampen an und die Sirenen beginnen zu heulen. Ich darf meinen Einsatz nicht verpassen, das Mädchen hat soeben ein Auge geöffnet...
Toll, dass sich Herr Katzenklappe Zeit genommen hat, um dir in der ersten Woche so gut beistehen zu können :) Zu zweit ist sicher alles leichter als alleine :)
So kalt wie's grade ist bräuchte ich auch eine Wärmelampe, bitte danke.
Denke an dich und freue mich auf noch mehr Geschichten aus dem Hause Katzenklappe :)
Kommentiert von: M. | 15. Mai 10 um 17:08 Uhr
ja, ganz dickes bravo an das katzenklappenteam! ich hoffe ich kann mich in absehbarer wochenanzahl selber davon ueberzeugen!
ganz viel afrikanisches licht und liebe an das kleine maedchen!
Kommentiert von: the happy lioness | 19. Mai 10 um 18:01 Uhr
@M.: die Wärmelampe ist der Knaller! Kommt sicher später einmal an kühlen Sommerabenden im Garten zu Einsatz
@happy lioness: Wir freuen uns schon sooo auf dich!!! Fühle dich umarmt, meine Liebe!
Kommentiert von: katzenklappe | 20. Mai 10 um 09:02 Uhr