Fellmarschall M. gedenkt, die Wohnung zu verlassen. Nur auf einen Kurztrip ins Stiegenhaus. Wegen der Abwechslung und so. Blöd nur, dass immer noch wir diejenigen sind, die die Tür öffnen.
Katzenklappe gibt's zwar eine, aber die führt auf den Balkon. Nein, frische Luft und Vögelgezwitscher reicht dem befellten Tier ja nicht mehr. Da muss schon das Flair eines Jahrhundertwende-Stiegenhauses her.
Whatever.
Jedenfalls reagiere ich nicht auf das äußerst nervtötende "Ich will sofort raus aus dieser Bude, hinaus in den Bereich hinter der geheimnisvollen Tür, die sonst immer verschlossen ist, aber in den Garten trau ich mich eh nicht, aber der Balkon ist zu langweilig, egal, einfach raus hier"-Gejaule. Einfach aus Prinzip. Um zu zeigen, wer das Sagen hat. Und was macht das Katzentier, um aus seiner Misere zu kommen? Es sucht sich eine Rolle Luftpolsterfolie, die ich gerade verwenden wollte und schleppt diese mit einem Blick á la "Siehst du, SIEHST DU, dass ich DEINE Folie einfach so unter Beschlag nehme?!? Du hast ja KEINE Ahnung, WIE gefuchst ich sein kein. Wait and see" davon. Ich schaue M. nach, nur so interessehalber wohin die Reise gehen soll. Und siehe da, sie endet im Vorzimmer, neben der Wohnungstür, vor meiner geöffneten Handtasche. Dort hinein lässt Frau Katze den Folienballen fallen, dreht sich zu mir, sucht meinen Blick und bewegt mehrmals ihren Kopf in Richtung Ausgang und wieder zurück zu mir. Sagt mir, wer da unbarmherzig bleiben kann.
Sie bewundert gerade die Jugendstil-Ornamente im Eingangsbereich und gedenkt, in Kürze ihr erstes Buch zu veröffentlichen. Wenigstens bin ich nicht umsonst weich geworden.
Letzte Kommentare