Heulsuse
Wurde bei der gestrigen Bambi-Verleihung von manchen Dankesreden zu Tränen gerührt. Und, wer mag sich jetzt fremdgenieren?
« Oktober 2007 | Start | Dezember 2007 »
Wurde bei der gestrigen Bambi-Verleihung von manchen Dankesreden zu Tränen gerührt. Und, wer mag sich jetzt fremdgenieren?
Es gab Zeiten, da gab es für mich nichts Peinlicheres als Selbstgemachtes. Meine Ablehnung galt insbesondere jenen Dingen, die meine handwerklich so geschickten Eltern fabrizierten. Egal, ob es ein mit Liebe gestrickter Schafwollpulli meiner Mama war (wozu gab's die damals so angesagten Marken wie "Champion" oder "Chiemsee"?!?!? Waren eh nur Träumerein, die kamen nie in Kontakt mit meinem Kleiderschrank), Marmelade von Oma oder Papas Anstrengungen, alles - ausnahmslos alles - im Haus selbst zu machen und/oder zu reparieren. Auch alles "Hausfrauische" lehnte ich kategorisch ab. Für mich war etwas selbst zu machen gleichzusetzen mit der fehlenden finanziellen Potenz, etwas käuflich erwerben zu können.
Erschwerend kam dazu, bei der Verteil-Aktion von handwerklichem Geschick offensichtlich nicht aufgezeigt zu haben. Dementsprechend frustrierend waren meine wenigen Bemühungen, etwas (egal was) mit meinen gottgegebenen Händen zu erschaffen. Meine Daseinsberechtigung in einem Mädchengymnasium mit den Schwerpunkten Ernährungslehre (ähm, warum hieß das nicht einfach "Kochen"?) und Handarbeiten wurde des öfteren zu Recht in Frage gestellt. Wer in diesem Land kann außer mir behaupten, beinahe sitzen geblieben zu sein, weil er sich kein Ballkleid, so wie all die anderen braven Mädchen, nähen konnte (immerhin ist es ein Nachthemd geworden)? Eben.
Heute, ja heute ist die Sache anders. Ich musste über dreißig werden um den Wert von selbst Gemachtem zu erkennen. Die Freude über etwas, in das jemand Zeit, Liebe und manches Mal eine große Portion Geduld gesteckt hat, ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen. Ich trage seit ein paar Wochen den extra für mich gestrickten Schal meiner Mama. Mit Stolz und einem Lächeln.
Und ich habe angefangen, mir Dinge zuzutrauen, die ich bis vor kurzem aus Angst vor Versagen gar nicht erst probiert hatte. Perfektion ist eine Illusion, denk ich mir, wenn was schief geht. Ich koche immer öfter, siede Seife (mein erstes echtes Hobby außer Lesen) und die ersten Weihnachtskekse habe ich auch schon gebacken. Was früher war, ist nicht mehr. Und das ist gut so.
...richtet sich nach dem Verbrauch von Seife." Der gute Chemiker Justus v. Liebig (1803-1873) wird da mit seiner Einschätzung schon nicht so falsch gelegen haben.
Und da wären wir auch schon beim Thema. DGWIDWFIC war jetzt nicht unbedingt der Renner. Keine einzige Teilnahme. Verwendet denn von euch da draußen niemand mehr Seife?!? Ja, der unansehnliche gelbe Batz in Kastenkuchenform ist zum Waschen da. Oder wird es zumindest mal sein, wenn er fertig getrocknet ist.
Und jetzt ärgern sich hoffentlich all jene, die DGWIDWFIC so gnadenlos ignoriert haben. Ihr hättet nämlich ein Stück handgemachte Naturseife, genau genommen eine Olivenölseife, verfeinert mit Mandel- und Jojobaöl und beduftet mit ätherischem Orangen- und Lavendelöl liebevollst verpackt von mir zugeschickt bekommen.
Und so liegt sie jetzt noch vier bis sechs Wochen bis sie einsatzbereit ist:
Ich gebe zu, dass rein optisch noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Wirklich schöne handgemachte Seifen macht meine liebe Cousine.
Aufgedreht von Zucker, Zigaretten und Koffein. Müde, nicht die Finger davon lassen zu können. Wünsche mir fürs Wochenende ein Tonstudio-Feeling. Und dazu Riesenkapern, Little Miss Sunshine und Katzenhaare auf mir. Und IHN bei mir. ER, der mir sagt, dass es gut so ist, wie es ist.
Während andernorts der Wintereinbruch angeprangert wird, gestaltet sich das Wetter in Klagenfurt noch recht aushaltbar
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